Für meine Mutter, die mir beibrachte,
dass Schönheit mehr ist als Hairstyling und Make-up ...
mich aber immer wieder daran erinnerte, meinen Haaransatz nachzufärben.
Ich liebe dich.

EINLEITUNG


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SCHÖNHEIT

Substantiv, weiblich

1. die Qualität oder das Zusammenwirken von Qualitäten einer Person,
die die Sinne erfreuen oder das Gemüt und den Geist anregen: Anmut

2. ein schöner Mensch oder ein schöner Gegenstand; insbesondere eine schöne Frau

3. eine besonders ansprechende, schmückende und herausragende Qualität
(Merriam Webster Dictionary)

Meine Mutter war der erste Mensch, den ich als kleines Mädchen als schön empfand. Sie war und ist noch immer eine der schönsten Frauen, die ich kenne: Sie ist blond, strahlt Sonne und Meer aus – sie ist einfach hinreißend. Ich erinnere mich oft, wie ich in ihrem Badezimmer auf dem Fußboden hocke und beobachte, wie sie sich, an ihrem Schminktisch sitzend, sorgfältig zurechtmacht und die Haare zu losen Locken dreht. Wann immer sie sich abends zum Ausgehen schminkte – sei es für eine Verabredung mit meinem Vater oder eine Dinnerparty bei Freunden –, sie wusste einfach, wie sie es anstellen musste. Damals war ich noch zu jung für Make-up, doch ab und zu schenkte sie mir einen Lippenstift, den sie nicht benutzte, oder ein Döschen mit rosa Puder.

Es waren die Achtzigerjahre, als Make-up noch wie makeup roch und schmeckte: pudrig, altmodisch, köstlich. Ich bewahre noch immer einige für mich wertvolle alte Lippenstifthülsen in den Schubladen meines Badezimmerschranks auf. Eine Spur ihres Dufts versetzt mich wieder zurück ins Bad meiner Mutter, zu ihrem Waschtisch, wo ich mich mit einer Hand am Spiegel abstütze und ungeschickt einen grellroten Lippenstift auf meine schmalen Lippen auftrage und hellrosa Puderrouge über meine vollen Wangen verteile. Dann war ich ebenfalls schön.

So wie sie sich zurückhielt und mir einfach nur zusah, wenn ich in neonfarbene Radlerhosen schlüpfte, mir ein mit Glitter verziertes T-Shirt anzog und meine herzförmige Sonnenbrille aufsetzte, so ließ sie mich auch meine eigene Definition von Schönheit finden. Als ich schließlich lernen musste, Make-up auf eine eher seriöse statt verspielte Art aufzutragen, verhielt sie sich nicht anders. Ab der siebten Klasse durfte ich Make-up tragen. Zu behaupten, es habe sich um einen Prozess von Versuch und Irrtum gehandelt, ist eine glatte Untertreibung. Jeden Tag passte ich den Lidschatten meinem Outfit an, gab mir aber wenig Mühe, die Foundation auf meinen Hautton abzustimmen. Meine Augenbrauen waren zu schmal gezupft, mein Haar zu stark geglättet. Ich war eine totale Katastrophe.

Aber genau das war typisch für jene Jahre! Meine Mutter enthielt sich jeglichen Urteils. (Zum Glück gibt es nur wenige Fotos von mir aus dieser Zeit, denn die meisten verschwanden auf geheimnisvolle Weise ... irgendwie).

Neben meiner Mutter gab es in meiner Kindheit nur noch eine blonde Ikone – Barbie. Dieses seidige, lange blonde Haar! Und die fantastischen Kleider und unglaublich winzigen Schuhe! Es gab kein Accessoire von Barbie, das ich nicht haben wollte. Ich besaß sogar die lebensgroße Barbiepuppe My Size Barbie, die mit fast 1,22 Meter einfach ein Knaller war. Außer Barbie gab es noch eine Reihe von Disney-Heldinnen, die ich mochte: Aschenputtel, Schneewittchen, Belle aus Die Schöne und das Biest, Arielle, die Meerjungfrau, und Jasmin. Sie mögen zwar ebenfalls wirklichkeitsfremd sein, konfrontierten mich aber zumindest mit Schönheitsmustern, die nicht den Normen meiner Heimat Orange County unterlagen. Schließlich wuchs ich in Kalifornien auf, wo gebleichte Locken und sonnengebräunte Haut an der Tagesordnung waren.

Wenn wir klein sind, lassen wir uns häufig von glitzernder Schönheit blenden: von Aschenputtels glänzendem Ballkleid; Barbies hellblauem, die mandelförmigen Augen betonenden Lidschatten; von Arielles mit funkelnden Steinen besetztem Bustier; von Jasmines unglaublich langem, rabenschwarzem seidigen Haar. Es ist berauschend. Diese Figuren zogen mich magisch an.

Wenn wir erwachsen werden, entwickelt sich auch unsere Einstellung zur Schönheit. Ich erinnere mich an meine Schulzeit, als die Jungs sich darum rissen, mit bestimmten Mädchen auszugehen, oder die Mädchen unbedingt einen bestimmten Jungen küssen wollten. Gern sonnte man sich im Rampenlicht jener, die bei allen als Stars der Klasse galten. Wir anderen waren es natürlich auch wert, dass sich jemand mit uns verabredete und uns küsste, aber wir galten eben nicht als erstrebenswertes Objekt der Begierde. Diese Art von Hirnwäsche lässt dann nach, wenn wir alle erkennen, was uns persönlich anzieht, wenn wir für uns definieren, was schön ist.

Obwohl ich erwachsen geworden bin, mich verändert habe, reifer bin: Für mich ist meine Mutter nach wie vor die schönste Frau weit und breit. Und wenn es eine Sache gibt, die ich von meiner Mutter gelernt habe und die ich euch vermitteln kann, wenn ihr auf der Suche nach »eurem« Look seid, dann die: weniger ist mehr. Als ich von Orange County wegzog, wurde mein Haar dunkler, mein Teint blasser, ich hörte auf, den Eyeliner zu missbrauchen (zumindest meistens), und fing an, Jungs zu bewundern, die nicht Mannschaftskapitän eines Wasserballteams waren. Ich begann, mit meinem Stil, meinen Haaren und meinem Make-up zu experimentieren – und lernte dabei viel über mich und das, was mir steht oder nicht steht. Ein Vorteil des Erwachsenwerdens besteht darin, die Freiheit zu haben, sich so authentisch wie möglich zu stylen (was einem im Allgemeinen am meisten schmeichelt) und nicht darüber nachzugrübeln, wie die Frauen um einen herum aussehen. (Diese völlig überblondierten Haare waren keineswegs vorteilhaft für mich, auch wenn fast all meine Freundinnen diese Haarfarbe trugen.)

Dass ich zufällig und unerwartet in die Unterhaltungsbranche stolperte, brachte mir einen großen Vorteil ein – ein Schönheitsteam. Vor jedem Fotoshooting und Auftritt verbrachte ich Stunden in einer Wolke von Haarspray und Transparentpuder, um als neue und verschönerte Version von mir wieder daraus aufzutauchen. Im Lauf der Jahre habe ich mit vielen talentierten Make-up-Künstlern und Hairstylisten zu tun gehabt und eine Menge von ihnen gelernt. Jedes Mal, wenn ich auf dem Schminkstuhl sitze, fühle ich mich wie in einem Beauty-Kurs. Ich studiere die Techniken der Profis und stelle ihnen Fragen, weshalb sie dieses und jenes Produkt wählen, und jedes Mal erfahre ich etwas Neues. Vermutlich werde ich nie ihre Perfektion erreichen, aber nach all den Jahren des Schminkens und Stylens habe ich viel gelernt, und dieses Buch bietet mir die Gelegenheit, euch das alles weiterzugeben.

Während der Arbeit an diesem Projekt begann ich ernsthaft über die im Grunde undefinierbare Vorstellung von Schönheit nachzudenken. Dabei bin ich zu folgender Schlussfolgerung gelangt: Ich hoffe, dass ihr meine Anleitungen und Tipps hilfreich findet, aber nicht dem Irrtum verfallt, dass ihr aussehen solltet wie ich – deshalb seht ihr in diesem Buch viele Gesichter. Ich habe herausgefunden, was Schönheit für mich bedeutet und wie ich optimal aussehen und mich gut fühlen kann, aber ich freue mich auch immer wieder darüber, dass wir alle unterschiedlich aussehen. Ich hoffe, ihr macht dieselbe Entdeckung und nutzt die Informationen in diesem Buch, um das Beste aus euch zu machen und euch rundum wohlzufühlen.

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Kapitel Eins

Entdecke deine Schönheit

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AAls mir im Jahr 2007 die Zeitschrift Teen Vogue ein Praktikum anbot, war ich außer mir vor Freude. Ich konnte es kaum erwarten, für das Magazin zu arbeiten, das ich schon immer vergöttert hatte. Doch bevor ich Caffè Latte mit Sojamilch holen und Farbkopien machen durfte, schickte man mich erst einmal zum Hairstylisten, um mein überstrapaziertes Haar behandeln zu lassen. Das war etwas peinlich und verwirrend, aber letztlich ein Segen: Bis zum heutigen Tag bin ich der Teen Vogue und deren Herausgeberin an der Westküste, Lisa Loves, dankbar für ihre Schönheitsintervention. Mein Haar war durch Bleichen und Sonneneinwirkung stark geschädigt und viel zu blond für meinen Teint. Zu meiner Verteidigung muss ich anführen, dass es mir nie in den Sinn gekommen wäre, von der Laguna-­Beach-Norm abzuweichen. Den größten Teil meines Lebens war ich zum selben Friseur gegangen und hatte mein Haar derselben Behandlung wie meine Freundinnen unterzogen. Ich spiegelte lediglich die Orange-County-Schönheitsnorm wider. Während wir aufwachsen, lernen wir ganz nebenbei, dass das, was wir in unserem Umfeld sehen, schön ist, und ich hatte Glück: Für mich war es sehr einfach, mich anzupassen – meine Haut wurde schnell braun und ich war naturblond. Aber wie schwer muss es für die Mädchen gewesen sein, die mit mir aufwuchsen und nicht in dieses Schema passten! Es muss einfach entsetzlich sein, die Highschool zu durchlaufen und sich immer anders als die anderen zu fühlen.

Es ist keineswegs so, dass ich nicht auch meine Erfahrungen mit Schönheitsexperimenten gemacht hätte, manchmal mit richtig komischen Resultaten: In der fünften Klasse klebte ich einmal ein Strass-bindi auf meine Stirn, um wie Gwen Stefani auszusehen. Es war keineswegs Halloween, und ich benutzte einen Klebstoff, der auf der Haut haftete. Ich fand ihn, als ich die Toilettentisch-Schublade meiner Mutter durchwühlte und »hauthaftend« nicht als Warnung, sondern als Zweck verstand. Es war genau das, was ich brauchte ... um total idiotisch auszusehen! (Ich erinnere mich nicht mehr, wie ich das Zeug wieder abbekam!) Im Übrigen trug ich seit Jahren mein blondes Haar lang, immer im selben Stil. In der achten Klasse erkannte ich dann, dass es höchste Zeit für eine Veränderung war. Als ich ein Poster des Films Josie and the Pussycats entdeckte, wusste ich, was ich wollte. Ich ließ meine langen Haare so schneiden, dass sie nur noch bis knapp zur Schulter reichten, und verteilte Schaumfestiger darin, damit sie Volumen bekamen (siehe Seite 12). Dann beschloss ich, noch einen Schritt weiter zu gehen und mit Farbe zu experimentieren. Meine erste Erfahrung unterschied sich kaum von der meiner Freundinnen: Die Farbe kam aus einer Tube und wurde über dem Waschbecken in meinem Badezimmer aufgetragen. Das dunkle Kastanienbraun, das ich gewählt hatte, war etwas aufrührerisch, wäre aber gar nicht so übel gewesen, wenn es nicht dieselbe Farbe gehabt hätte wie das Fußballtrikot, das ich am Tag darauf in der Schule überreicht bekam. Dann kam meine Hutphase. Auf jeden Fall war ich bis zu meinem Umzug nach Los Angeles ziemlich unsicher und hilflos. Erst danach begann ich mein eigenes Schönheitsempfinden zu entwickeln.

Auch die Schönheitsexperimente meiner Freundinnen sind geprägt von entsetzlichen Haarerfahrungen (im Hinblick auf die Farbe, das Volumen und die Länge), einer missglückten Make-up-Wahl (brauner Lippenkonturenstift, deutliche Umrandung, Roll-on-Strassglitter) und unkleidsamen Modeerscheinungen (zu stark geglättetes Haar, Gel, Schmetterlingsclips). Doch all das gehört zum Erwachsenwerden und zum Finden der eigenen Identität.

Als ich im Jahr 2007 aus diesem von Lisa Love empfohlenen Salon trat, sah ich weitaus besser aus als zuvor. Meine kaputten Haarspitzen waren behandelt worden und die Tönung wirkte so natürlich, dass sie meine eigene Haarfarbe hätte sein können. Zum ersten Mal in meinem Leben war ich bei einem Hairstylisten gewesen, der mir sagen konnte, was am besten zu meiner Gesichts­form und meinem Teint passte. (Um meinem langjährigen Friseur gegenüber fair zu sein, muss ich zugeben, dass ja ich die Farbe verlangt hatte, die er mir verpasste.) Nun sah ich viel authentischer aus, und der Anblick gefiel mir. Ich hatte jetzt eine solide Grundlage für meinen Look, begann, mein Make-up sparsamer aufzutragen, und lernte, mit meinen Gesichtszügen zu arbeiten statt gegen sie anzukämpfen.

Auch wenn ich heute selten von meinem »Basic Look« abweiche (deshalb machten mir die Aufnahmen für Kapitel 12 so viel Spaß!), experimentiere ich regelmäßig und probiere nach wie vor meine eigene Version der vielen Schönheitstrends aus, da ja immer die Möglichkeit besteht, dass ich eine neue Technik oder ein neues Produkt finde, das all das bietet, von dem ich gar nicht wusste, dass ich es benötige. Im Allgemeinen halte ich jedoch mit kleinen Variationen an meiner »Grundausstattung« fest. Und genau davon handelt der erste Teil dieses Buchs – den Ausgangspunkt zu finden, das Wesentliche des Basic Looks, auf den man immer wieder zurückgreifen kann. Sich aufzutakeln macht Spaß und kann beim Entwickeln des eigenen Stils hilfreich sein, aber es ist auch ein gutes Gefühl, in den Spiegel zu schauen und zu erkennen, was man da sieht.

Ein einfacher Ratschlag für jeden Tag

Mach dir jeden Tag ein Kompliment. Ich weiß, das hört sich albern an, ist aber wirklich wichtig. Als junge Mädchen verbringen wir Stunden damit, uns auf unsere Mängel zu konzentrieren und zu versuchen, sie zu korrigieren oder zu übertünchen. Es ist aber wichtig, dass du dich auf etwas fokussierst, was du an dir magst. Vielleicht hast du an einem bestimmten Tag besonders schöne Haare oder dein Teint wirkt besonders gesund. Nimm dir jeden Tag einen Moment Zeit, dich auf das Positive zu konzentrieren, und versuche dann, dies in den Tag mitzunehmen. Ein gesundes Selbstvertrauen ist immer gut!

Berühmte Schönheiten

Sofern du kein eineiiger Zwilling bist, wirst du zu deiner ureigenen Schönheit finden. Das soll aber nicht heißen, dass es nicht unglaublich hilfreich ist, sich dabei von Frauen, die du schön findest, inspirieren zu lassen. Wenn du bestimmte ästhetische Vorstellungen übernehmen willst, versteht es sich von selbst, dass du dir ein Vorbild suchst, mit dem du Gemeinsamkeiten hast. Allerdings ist es nicht sonderlich effektiv, jemandem nacheifern zu wollen, der nicht dieselben Gesichtszüge, dieselbe Gesichtsform, dieselbe Haarfarbe oder -beschaffenheit hat wie du.

Wenn du jedoch lediglich nach allgemeinen Tricks (wie Jennifer Aniston ihr Haar färbt oder wie J. Lo diesen wundervollen Glanz im Haar erzielt) Ausschau hältst, solltest du dich von vielen Seiten inspirieren lassen. Ich halte mich an die klassischen Schönheiten wie Audrey Hepburn, Brigitte Bardot, Catherine Deneuve, Sophia Loren, Natalie Wood und Grace Kelly, aber es gibt auch ein paar zeitgenössische Vorbilder wie z. B. Michelle Williams, Charlize Theron, Zoe Saldana, Camilla Belle, Freida Pinto und Kate Bosworth.

Über Berühmtheiten …

Die Erfindung des HD-Fernsehens zog schnell Make-up nach sich, das dem hochauflösenden Fernsehen gerecht wurde. Das, meine lieben Freundinnen, liegt daran, dass die Fassade von Perfektion, die euch auf dem Fernseher, den Kinoleinwänden, den Reklametafeln und den glänzenden Seiten der Magazine vorgegaukelt wird, häufig weit entfernt von der Wirklichkeit ist (mit Ausnahme der Boulevardzeitungen). Wir sind alle zugespachtelt, da wir Übergänge oder ungleichmäßige Gesichtszüge, dunkle Ringe unter den Augen, Falten oder Millionen anderer uns störender Mängel kaschieren wollen. Wir werden von den besten Hairstylisten und Visagisten verschönert, die uns zu perfekt geschwungenen Lippen verhelfen können, die uns auf einen Blick um fünf Kilo schlanker erscheinen lassen, und uns hübsche windzerzauste Locken ins Haar zaubern. Doch damit nicht genug: Jetzt tritt auch noch ein Meisterretuscheur mit einem Vergrößerungsglas auf den Plan, um jede widerspenstige Strähne, jede Falte oder jeden Makel mithilfe von Photoshop akribisch zu korrigieren. Heutzutage ist Photoshop aus der Unterhaltungsbranche nicht mehr wegzudenken, sodass eine unretuschierte Aufnahme im Internet einem Skandal gleichkommt. Die Fotos in diesem Buch und meinem vorherigen (Lauren Conrad Style) sind natürlich auch retuschiert, aber ich habe darauf geachtet, dass es nicht überhandnahm, denn mir ist sehr daran gelegen, dass das Bild, das ich abgebe, wirklich mir entspricht – ein ganz normales Mädchen mit ganz normalen Problemen (ich verspreche, dass ich später darauf eingehen werde).

Ich denke, ich versuche hier zu vermitteln, dass wir alle – alle – von absolut unrealistischen Vorstellungen umgeben sind, was Schönheit angeht. Denn die Mädchen auf den Fotos sind nicht real! Sie sind das Ergebnis eines Hairstylisten, eines Make-up-Künstlers, einer Nagelexpertin, einer Personal Stylistin, eines Schneiders, guter Beleuchtung, schmeichelnder Blickwinkel und raffinierter Retuschierkünste ... Um ein perfektes Foto zu erhalten, sind häufig mehr als tausend Aufnahmen erforderlich. Betrachtet die Fotos lediglich als künstlerische Inspiration – für wunderschöne Lidschattenkombinationen, die Platzierung von Rouge oder ungewöhnliche Frisuren – aber denkt bitte keinen Augenblick lang, dass ihr so aussehen solltet; denn niemand sollte das – nicht einmal die Models.

Lektion gelernt

Kennt ihr jene Vergrößerungsspiegel, die man gewöhnlich in den Badezimmern von Hotels findet? Diese grauenhaften Erfindungen mit dem eingebauten grellen Licht, in denen man jede Pore, den geringsten Flaum auf der Oberlippe, jede aufblühende Hautunreinheit (meine größten Feinde) deutlich erkennen kann? Ich habe Jahre gebraucht, bis ich schließlich lernte, meinen Impuls zu kontrollieren, das Licht anzuknipsen und mein Gesicht zu zerstören, besonders vor einem wichtigen Fototermin oder einem Auftritt. Später gehen wir noch näher auf die Schönheitsfehler ein, aber eine Allgemeinregel lautet, dass ausschließlich eine ausgezeichnete Kosmetikerin damit beauftragt werden sollte, die mit einem
Vergrößerungsspiegel vergrößerten Unreinheiten zu begutachten und zu beseitigen. Es ist nämlich nicht nur beunruhigend, einen Mitesser zu entdecken, der mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist, sondern auch sehr schädlich, überall im Gesicht herumzudrücken.

Meine Schönheitsentwicklung
(Hinweis: Sie war nicht immer hübsch anzusehen)

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Ja, das ist eine glamouröse Aufnahme! Ich war dreizehn, und ich ließ mich zum ersten Mal von einem Hairstylisten und einem Visagisten professionell schönmachen.

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Der Lidschatten und der falsche Farbton der Foundation, die ich in meinem vorletzen Jahr an der Highschool trug, quälen mich bis heute.

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Diese Frisur kopierte ich von einem Poster von Josie and the Pussycats. Was habe ich mir nur dabei gedacht?

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Dieses gebleichte und geglättete Haar war nicht gerade vorteilhaft für mich. Meine Verschönerung für Teen Vogue kam gerade zur rechten Zeit


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Hier trug ich zum ersten Mal flüssigen Eyeliner, ohne den ich von da an nicht mehr leben konnte

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An meinem 25. Geburtstag hatte ich meinen Look gefunden. Hier benötigte ich kein Beauty-Team.

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Da ich an diesem Tag nicht zu elegant wirken wollte, habe ich das Abendkleid mit einem modischen Pferdeschwanz und dezentem Make-up kombiniert.

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Heute gefallen mir eine natürlichere Haarfarbe und sparsames Make-up.


Kapitel Zwei

Hautpflege

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