cover

Michael Draksal

 

Verlagsgründung in Deutschland

 

Buchverlag, eBooks, Musikverlag, Modeverlag, Klingeltöne, Software, Fotos und mehr

 

Ein Praxisratgeber

Inhalt

 

1. Einleitung

Was ist ein Verlag?

2. Verlagsgründung

Rechtsform

Verlagsname

Verlagsanschrift

Börsenverein und ISBN-Vergabe

Buchtitel

Postfach

Geschäftskonto

Fax

Finanzamt

Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt.-IdNr.)

Industrie- und Handelskammer (IHK)

Fachverbände

Berufsgenossenschaften (BG)

Rechtschutzversicherung (RSV)

Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort)

Deutsche Bibliothek – Deutsche Bücherei

Geschäftspapier

Strichcode – Barcode – EAN-Code

Zusammenfassung

3. Verlagsstruktur

Lektorat

Produktion

Marketing

Vertrieb

Zusammenfassung

4. Verlagsentwicklung

Visionen und Ziele

Mitarbeiter

Räumlichkeiten

Strategisches Denken

5. Transfer

eBooks

Musik und mp3

Software

Fotos

Mode

Klingeltöne

Anhang

Literaturverzeichnis

Index

A

B

D

E

F

G

H

I

K

L

M

N

O

P

R

S

T

U

V

W

Z

Über den Autor

 

Image

 

Michael Draksal gründete 1997 einen Ratgeberverlag, um sein Fachwissen als Sportwissenschaftler besser vermarkten zu können.

Seitdem ist der Draksal Fachverlag kontinuierlich gewachsen mit derzeit rund 30 lieferbaren Titeln und 8 - 10 Neuerscheinungen pro Jahr.

 

Sein Motto: Alles gelingt dem, der zu warten versteht.
(Wolfgang Pauli – in Anlehnung an Henry W. Longfellow)

Impressum

Draksal, Michael (2005). Verlagsgründung in Deutschland. - Buchverlag, eBooks, Musikverlag, Modeverlag, Klingeltöne, Software, Fotos und mehr. Ein Praxisratgeber.

3., überarb. & erw. Neuauflage.

Leipzig: DRAKSAL. ISBN 978-3-932908-22-4

 

Gesamtherstellung

 

DRAKSAL Fachverlag

Michael Draksal

Postfach 10 04 51

D-04004 Leipzig

Deutschland

Cover: Lisa Sophie Rackwitz

Fotos: Téo Lannié

Eric Audras

PhotoAlto.de

E-Book: Satzweiss.com Print Web Software GmbH

 

Die unerlaubte Verwendung von urheberrechtlich geschützten Texten ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat!

 

Holen Sie sich die Nutzungslizenz, wenn Sie die Texte kommerziell verwenden möchten.

 

www.draksal-verlag.de

 

 

Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne schriftliche Genehmigung des Verlages unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für die Vervielfältigung oder auszugsweise Vervielfältigung, Mikroverfilmung und Einspeicherung in elektronische Systeme, sowie für die Verwertung in Beratungen, Seminaren und Vorträgen.

Das vorliegende Buch ist sorgfältig erarbeitet worden. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Eine Haftung des Autors oder des Verlages für Personen-, Vermögens- oder Gesundheitsschäden, die sich aus in diesem Buch gemachten Empfehlungen ergeben, ist ausgeschlossen.

Verwendete Produktnamen sollen nicht zu der Annahme führen, dass diese Bezeichnungen frei verfügbar sind.

An einigen Stellen werden Verweise zu Internetseiten gesetzt. Dieser Service soll als Ergänzung der dargestellten Ausführungen verstanden werden. Da sich die Inhalte jedoch dem Einfluss des Draksal Fachverlages entziehen, distanzieren wir uns hiermit ausdrücklich von diesen Seiten und weisen darauf hin, dass für die Inhalte von externen Internetseiten ausschließlich deren Betreiber verantwortlich sind.

 

© 2005 DRAKSAL Fachverlag, Leipzig - Printed in Germany

1. Einleitung

Was ist ein Verlag?

 

Ein Verlag ist eine professionelle Vertriebsstruktur für Ideen. Wer sich in nächtelanger Arbeit kreativ betätigt hat, möchte sein Werk nun auch an den Mann bringen. Und das geht halt am besten, wenn man die Spielregeln der Branche kennt, sprich: ein Verlag muss her!

Der geistige Sprung, den ich mit dir machen möchte, liegt in der Erkenntnis, dass es vollkommen egal ist, was für eine Idee du professionell vermarktest, also ob du nun ein Buch oder ein Gedicht geschrieben, einen Song komponiert, eine Software programmiert, ein Foto geschossen oder ein Modedesign entworfen hast... immer braucht es den Verlag, um daraus wirklich einen Erfolg zu machen.

Desweiteren wirst du sehen, dass die Tätigkeit als Verleger absolut nichts mit der Tätigkeit als Autor, Künstler, Programmierer, Fotograf oder Designer zu tun hat!

Hier sehe ich den Hauptgrund dafür, dass viele Autoren, die ihr Buch im Selbstverlag herausbringen, scheitern. Denn als Verleger ist man nicht mehr Autor, sondern hat den Job, seinen Verlag zu entwickeln. Diesen Sprung werde ich dir verdeutlichen und erleichtern.

 

Die hier vorliegende 3. Auflage ist komplett überarbeitet und erweitert. Es hat sich in den letzten Jahren einfach sehr viel getan auf dem Markt. So wurde in der zweiten Auflage noch Google als »heißer Tipp« für eine Suchmaschine angegeben... Naja, das gilt natürlich heute auch noch, nur dass ich jetzt davon ausgehe, dass dir die ganzen Basics bekannt sind. Der Mehrwert dieses Buches liegt ganz klar in der Darstellung von Erfolgen und Misserfolgen: Welche Schwierigkeiten gibt es bei der Verlagsgründung und -entwicklung? Wieviel kostet es, Bücher in Deutschland und in Osteuropa drucken zu lassen? Was war ein besonders erfolgreiches Marketing? Wie verlege ich eBooks? Wie wichtig ist Amazon wirklich?

 

Beginnen wir mit dem intuitiven Verständnis, was ein Verlag eigentlich ist. Jemand entwickelt ein Rezept für einen Energy-Drink. Die Idee ist klasse, der Geschmack ist ausgezeichnet. Jetzt wird dazu eine Firma namens Red Bull gegründet, die Zusammensetzung wird rechtlich geschützt und die Produktion beginnt. Der Drink bekommt einen Barcode, man spricht mit Kaufhäusern und startet das Marketing. Das Produkt wird dem Publikum präsentiert und für gut befunden. Ein Weltbestseller: www.red-bull.de/extras/company.jsp

Jemand mischt verschiedene Düfte zusammen – das Parfüm ist klasse. Der Verlag hat schon verschiedene Produkte im Programm, aber der neue Duft »Le Male« hilft Jean Paul Gaultier auf dem Parfüm-Markt zum Durchbruch.

Der Verlag von P. Diddy veröffentlicht nicht nur Mode unter dem Namen Sean John, sondern neuerdings auch Autofelgen. Gleiches Spiel: Die Idee für das Design wird geschützt, eine Firma wird gegründet, die Felgen werden produziert und an den Fachhandel ausgeliefert. Hier ist wohl weniger das Design der Felgen, sondern mehr der Promi-Faktor entscheidend für den Erfolg.

Drei Beispiele, die zeigen, dass ein Verlag unabhängig vom Produkt ist, das verlegt wird. Die Produktpalette ist endlos: Bücher, Hörbücher, eBooks, Klingeltöne, Brettspiele, CD-ROMs, DVDs, Kalender, Postkarten, Fotos, Aufkleber, Kleidung, Parfüm, Cremes, Spielfiguren, Laserschwerter und Zauberstäbe...

Der Verlag ist weder der Urheber einer Idee, noch der Produzent, auch nicht der Vertrieb. Dafür gibt es jeweils eigenständige Abteilungen. Diese Abteilungen mögen bei Großverlagen sicherlich verschmelzen oder unter einem Dach laufen, wie zum Beispiel über die eigene Hausdruckerei, Verlagsbuchhandlung oder festangestellte Redakteure, die für den Verlag schreiben. So etwas ist allerdings keinesfalls notwendige Voraussetzung oder gar Bedingung für einen Verlag!

Gerade dem Verlagsgründer rate ich sogar davon ab, alle Abteilungen selbst übernehmen zu wollen. Es ist einfach zu viel. Man verliert den Überblick, wenn man eine professionelle Druckerei und eine professionelle Buchhandlung zusätzlich zum Verlag aus dem Boden stampfen will.

Der Verlag ist eh etwas ganz anderes als eine Druckerei. Der Verlag stellt die Struktur bereit, an der Urheber, Produzent und Händler teilnehmen. Hier laufen alle Fäden zusammen. Der Verlag ist die Heimat einer Idee. Der Verlag professionalisiert den Weg vom Autor zum Kunden, steigert somit die Effektivität, erhöht die Verkaufszahlen und ermöglicht überhaupt erst den Erfolg.

 

Image

 

Natürlich könnte der Autor auch direkt die Kunden beliefern. Auf Lesungen, Vorträgen und Seminaren oder über die eigene Homepage wird das bestimmt auch passieren. Für eine hauptberufliche Existenz reicht das allerdings keinesfalls aus!

Wieviele Bücher kann denn ein Autor ohne Verlag realistischerweise selbst verkaufen? 5 am Tag? 10 am Tag? Da hätte er bereits viel zu tun mit Rechnungen schreiben, Mahnwesen, Versand, Rücksendungen, Korrespondenz mit Kunden usw.

Sicher ist das im Hobby-Bereich vielleicht sogar eine tolle Sache – der erste Leserbrief... Wow, unglaublich! Aber ich sage dir ganz deutlich: Einzelkämpfer haben heutzutage keine Chance mehr! Du brauchst Profis für jeden Bereich, das kannst du nicht alles selbst machen.

Und noch ein Argument spricht für die Verlagsgründung: Was passiert, wenn der Autor, der seine Bücher selbst verschickt, mal krank wird? Wer kümmert sich dann um die Tagesarbeit? Nein, es ist unverantwortlich, alles selbst regeln zu wollen!

 

Versteh mich nicht falsch, ich sage nicht, dass du jetzt sofort 30 Mitarbeiter einstellen sollst. Ganz im Gegenteil: Starte deinen Verlag ruhig als ein-Mann-Betrieb vom Wohnzimmer aus. Aber such dir für alle Bereiche deiner Verlagsstruktur die entsprechenden Partner:

 

Ein gutes Lektorat, das die Inhalte sucht und entwickelt.

(Der Lektor ist der Autorenbetreuer. Ihm sind Grafik und Korrektorat zugeordnet – also eine höchst verantwortungsvolle Position, die das Wachstum des Verlages maßgeblich beeinflusst!)

 

 

Eine Druckerei, die das Buch herstellt.

(natürlich für die Erstauflage im Digitaldruck in geringster Auflage, z.B. 100 Exemplare für 4,- EUR pro Stück – doch dazu später mehr)

 

 

Eine Werbeplattform, die finanzierbar und vor allem effektiv ist.

 

 

4 Und professionelle Vertriebspartner, z.B. Amazon, Barsortimente,

 

Im folgenden gehe ich übersichtsartig auf die Verlagsgründung hinsichtlich rechtlicher und steuerlicher Rahmenbedingungen ein. Anschließend widmen wir uns genau diesen vier Säulen eines Verlags: Lektorat, Produktion, Marketing und Vertrieb.

Am Ende steht einerseits das Verständnis, was einen Verlag voranbringt und welche Aufgaben der Verleger zu bewältigen hat – andererseits eine ganze Reihe praktischer Tipps und Erfahrungen, die sich in meiner achtjährigen Verlegertätigkeit angesammelt haben.

Im letzten Abschnitt wird das Prinzip des Verlages auf verschiedene Bereiche übertragen, z.B. auf die Musik, Mode, elektronisches Publizieren und Merchandising.

Eine Idee steht am Anfang. Am Ende wird die Idee zu einer eigenständigen Marke. Beispiel Star Wars. Das große Geld macht George Lukas nicht etwa mit dem Film, sondern mit der ganzen Produktpalette um die Marke Star Wars herum: mit Spielfiguren, Büchern, Raumschiffen zum basteln, Posters, Masken usw.

Das Prinzip der Markenbildung ist das eigentliche Ziel einer Verlagstätigkeit. Asterix, Harry Potter, Hui Buh, Was ist was, Duden, Langenscheidt, Tom Clancy, Baedeker, GEO, ... - alles Marken!

Am Anfang steht ein kreativer Gedanke. Aus der Idee wird eine Welt. Der Verlag ist die Sonne, die auf diese Welt scheint und sie dadurch zum Leben erweckt.

Viel Spaß bei diesem spannenden Abenteuer!

 

Image

Michael Draksal, im Oktober 2005
draksal@wettkampfvorbereitung.de