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Inhaltsverzeichnis

Die Seekarte
Matilda macht mit
Knödels Trödelhöhle
Das Tufo
Die Tiefsee, ein Krake und ein Wal
Das Fressdrachenboot
Die Muräne Muriel
Die Stadt im Nordmeer
Atlantis!
Ein Feuer in der Drachenbucht
Über den Autor
Copyright
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Ingo Siegner, 1965 in Hannover geboren, wuchs in Großburgwedel auf. Nach Schule und Zivildienst wurde er Sparkassenkaufmann, ging als Au-Pair nach Frankreich, steckte seine Nase in die Universität und landete schließlich bei Vamos, einem hannoverschen Veranstalter für Familienreisen. Auf vielen Reisen erfand er für die Kinder fantastische Geschichten. Nebenher brachte er sich das Zeichnen bei. Mit seinen Büchern vom kleinen Drachen Kokosnuss, die in mehrere Sprachen übersetzt sind, eroberte er auf Anhieb die Herzen der jungen LeserInnen. Ingo Siegner lebt als Autor und Illustrator in Hannover.

Die Seekarte

» Kokosnuss! Aufwachen! «

Verschlafen lugt Kokosnuss zur Höhle hinaus.

Aufstehen? Jetzt? Es ist ja noch dunkel draußen.

»Wir wollen doch zum Angeln hinausfahren«, sagt der große Drache Magnus.

Stimmt ja: Angeln!

Im Nu ist Kokosnuss hellwach. Er springt aus dem Bett, schnappt seine Tasche und folgt seinem Vater hinunter zur Drachenbucht.

Noch bevor die Sonne aufgeht, sind die beiden zu den Fischgründen vor der Dracheninsel gerudert.

Magnus wirft den Haken aus und macht es sich bequem. Kokosnuss schaut durch den Meeresgucker. Das ist eine Kiste mit einem Fenster darin. Damit kann man fast bis nach ganz unten sehen.

Der kleine Drache staunt: Ein Schwarm Fische zieht vorüber.

»Papa, hat einer angebissen?«

»Nö«, sagt der große Drache.

Jetzt erkennt Kokosnuss die Angelschnur.

»Bis wohin geht die Schnur, Papa?«

»Öhm«, murmelt Magnus. »Bis ziemlich tief nach unten.«

»Dort leben viele unbekannte Tiere, nicht?«

»Jo, eine Menge«, brummt Magnus.

»Und versunkene Inselreiche gibt es dort, stimmt’s?«

»Also ... kann schon sein«, sagt Magnus und beobachtet die Schnur, die sich mit einem Mal auf und ab bewegt.

»Zum Beispiel das Inselreich Atlantis?«, fragt Kokosnuss.

Magnus kratzt sich am Kinn. »Ist das nicht so eine Geschichte, die sich jemand ausgedacht hat?«1

»Nein, Papa«, sagt Kokosnuss und holt eine Seekarte hervor. »Die habe ich bei Opa Jörgen in einer alten Kiste gefunden. Die Karte ist noch älter als Opa Jörgen und deshalb ist sie bestimmt echt.2 Siehst du: Hier ist Atlantis eingezeichnet, wo das A ist.«

»Hm«, murmelt Magnus.

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Plötzlich zieht etwas an der Angelschnur. Magnus versucht, die Schnur einzuholen, doch so sehr sich der große Drache auch anstrengt, es gelingt ihm nicht.

»Das muss ein Riesenfisch sein!«, ruft Magnus. Das Boot schaukelt hin und her. Durch den Meeresgucker erkennt Kokosnuss etwas sehr Großes, das aus der Tiefe aufsteigt.

»Au Backe!«

»Was meinst du damit?«, fragt Magnus.

Da erhebt sich ein riesenhafter Drache aus dem Wasser. Kokosnuss atmet erleichtert aus. Es ist Amadeus, der Meeresdrache, ein guter Freund von ihm.

»Euer Angelhaken hat sich in meinem Haar verfangen. Das pikst ganz schön«, brummt der Meeresdrache.

»Seht ihr!«, sagt Kokosnuss. »Deshalb denken alle, dass es Atlantis gar nicht gibt. Es ist so tief versunken, dass es einfach ganz vergessen wurde.«

»Ich weiß nicht«, brummt Magnus.

»Tjö, na ja, hm«, murmelt Amadeus.

Kokosnuss stemmt die Arme in die Hüften.

»Ich werde es euch beweisen!«, sagt der kleine Drache entschlossen.

»Wie denn das?«, fragen Magnus und Amadeus verblüfft.

»Ich werde Atlantis entdecken und dann werdet ihr Riesen-Glupschaugen kriegen!«

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