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Christa Höhs

mit Alexandra Cavelius

WENN ich alt bin

werde ich

Model

Warum wir uns nicht kleinmachen sollten

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Verlagsgruppe Random House

1. Auflage

Originalausgabe

© 2013 Kailash Verlag

in der Verlagsgruppe Random House GmbH,
Neumarkter Str. 28, 81673 München.

Lektorat: Christa Klus-Neufanger

Umschlaggestaltung: ki Editorial Designunter Verwendung eines Fotos von © Forster & Martin Fotografie

Foto im Kapitel "Sex im Alter": © Forster & Martin Fotografie

Alle anderen Fotos im Innenteil: © Christa Höhs

Satz: EDV-Fotosatz Huber/Verlagsservice G. Pfeifer, Germering

ISBN 978-3-641-10191-6
V002

www.kailash-verlag.de

Inhalt

Vorwort

Es ist nie zu spät: Mit 50 Model in New York

Jugendwahn, OP-Zombies und andere Schreckgespenster

Im Alter können wir vieles besser

Alter ist das, was man daraus macht

Achtung, die jungen Grauhaarigen kommen!

Tut mir leid, zum Sterben habe ich noch keine Zeit!

Hoppla, ich bin 70! Wie ist das denn passiert?

Vorwort

Vergessen Sie alles, was Sie bislang übers Altern gehört haben, denn die Generation der heutigen »Oldies« ist einmalig. Ein bunter Haufen, der sich nicht über einen Kamm scheren lässt und im Vergleich zu früheren Generationen viel fitter ist.

Der Anblick einer 70-Jährigen in Rennradlerhose verwundert heute niemanden mehr. Schlägt ein 80-Jähriger Loopings in der Luft oder legt eine 90-Jährige im Karate die Prüfung für den schwarzen Gürtel ab, so nickt man höchstens anerkennend mit dem Kopf. Und wenn sich ein Paar nach der goldenen Hochzeit scheiden lässt, um sich danach wieder neu zu verlieben, so ist das auch keinen großen Tratsch mehr wert.

Lassen Sie mal ein Kind das Alter einer 30-Jährigen schätzen. Vermutlich wird es sagen: »Uralt, die Tante! So zwischen 20 und 50.« Kindermund tut Wahrheit kund. Alter ist relativ. Für diese Binsenweisheit dürfen wir durchaus dankbar sein! Was das Äußere anbelangt, so hat sich heute alles um mindestens zehn bis fünfzehn Jahre nach hinten verschoben: Sieht ein 70-Jähriger aus wie 60, ist das normal. »Wenn ich alt bin, werde ich Model« ist so betrachtet eine ganz normale gesellschaftliche Entwicklung. Möglicherweise möchten Sie einwenden: »Ja, wenn man so aussieht wie die Höhs, dann klappt das vielleicht. Aber was ist mit mir?« – Ja, auch bei Ihnen! Glauben Sie ja nicht, ich wäre immer so gewesen. Auch ich habe die alte Story vom hässlichen Entlein zum Schwan erlebt.

Doch bleiben wir realistisch: In Deutschland sind wir über80 Millionen Menschen. Wenn alle von ihnen Model werden wollten, hätte unsere Gesellschaft ein Problem. Trotzdem behaupte ich: »Jeder kann Model werden.« Sein eigenes nämlich. Wenn Sie wollen, fangen Sie damit gleich an: Sehen Sie sich genau im Spiegel an. Nicht flüchtig. Und halten Sie durch! Setzen Sie sich mit sich selbst auseinander.

Sicher nehmen Sie zuerst Ihre Problemzonen wahr. Bei dem einen ist es der Po, bei der anderen der Busen, beim Nächsten das dünn oder licht gewordene Haar. Am liebsten würden Sie vielleicht mit irgendjemandem tauschen? Vergessen Sie ’s! Damit ist das Problem nicht verschwunden. Plötzlich ist Ihnen der Busen oder der Po doch nicht groß oder klein genug? Vielleicht wünschen Sie das aus Lust und Laune, vielleicht auch, um der Mode zu gehorchen? Sie sehen, wie es funktioniert? Eben, am Äußeren können Sie nichts festmachen. Und sich selbst schon gar nicht. So leid es mir tut, Sie müssen sich um Ihr Inneres kümmern.

Das Selbstbild der Älteren hat sich in den letzten Jahren zum Positiven hin verändert. Unter Forschern spricht man bei diesen erfolgreich Gealterten von »Successful Agers«, »Generation 50plus« oder auch von »Grey Pride«. Denn hinter jeder Falte steckt ein Stück Lebensgeschichte. Und die Jungen heute wollen wieder in faltigen Gesichtern lesen und erlebten Geschichten zuhören.

Die neuen Alten lassen sich nicht länger in eine Schublade stecken. Die ewig gleiche Kategorisierung in »jung« und »alt« ödet an wie das öffentliche Privatleben von Roberto Blanco oder Lothar Matthäus. Natürlich sind wir alt, und dazu sollten wir stehen. Was aber sagt das Adjektiv »alt« alleine schon aus? Wir sind auch stark, sexy oder sportlich – oder sogar alles zusammen. Vielleicht auch langsamer, lustiger oder lässiger. »Wir sind aber kein neu entdeckter Stamm aus Papua Neuguinea«, merkte ein Model von mir neulich an. Vor allem sind wir ganz normal und wollen wie jeder andere Mensch anständig behandelt werden. Von den politisch Verantwortlichen und anderen Entscheidungsträgern wünschte man sich in dieser Hinsicht oftmals mehr Fantasie, mehr Einfühlungsvermögen und auch mehr Wissen.

Jedes zweite Mädchen, das heute in Deutschland zur Welt kommt, wird laut Statistik seinen hundertsten Geburtstag erleben. Und die Kinder von heute, das sind die Alten von morgen. Die Bevölkerungspyramide entwickelt sich von der Form her mehr und mehr zum Bevölkerungspilz. Die Gesellschaft muss begreifen, dass die Älteren über kurz oder lang die Mehrheit bilden. Und anerkennen, dass wir Kompetenzen und Erfahrungen besitzen, die den Jungen weiterhelfen können. Dass wir es satthaben, wie ein Paar abgewetzte Latschen in die Ecke gestellt zu werden. Die Höhersetzung des Rentenalters ist dabei sicher nicht die krönende Lösung des Problems. Wir wünschen uns eine Welt wie ein großes Mehrgenerationenhaus. In der alle wie eine große Familie unter einem Dach leben. Eine Welt, in der jeder von der Verschiedenheit des anderen profitiert.

Alles ist möglich. Packen wir es gemeinsam an! In diesem Buch erzähle ich ganz offen über die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten in meinem bisherigen Leben und gebe Ihnen die Chance, zum Schluss bei meinem persönlichen Credo mit einzustimmen: »Egal, ob ich 50 oder 100 bin … ich kann mich jederzeit neu erfinden!« Wer heute alt wird, ist nicht nur Rentner oder Pensionär, sondern auch Pionier. Auf ihn wartet eine bislang wenig erforschte Wegstrecke. Viele Türen stehen heute offen. Noch nie war es so spannend, alt zu werden!